mein Schottland – Reisetagebuch

11. August 2009

ein bisserl dauert es noch, bis hier mein reisetagebuch über meine schottlandreise 09 zu finden ist. schließlich muss ich nicht nur über 50 handgeschriebene seiten entziffern, ein bisserl geordnet und in form gebracht gehört das ganze natürlich auch, schließlich, man glaubt es kaum, ist nicht alles, was meine feder verlässt, automatisch wohlgeschliffen druckfähiges :-)

dafür wirds dann hier aber auch nicht nur eine selektion meiner schottlandbilder geben, sondern tatsächlich alle…

fertig :-)

29. Juli – Bratislava

10. August 2009

Es geht los, Abfahrt von daheim wie immer natürlich viel zu früh, um 17 Uhr steht Karl vor der Tür (und hat natürlich um 16 Uhr schon mal angerufen, ob wir nicht doch schon vielleicht jetzt fahren sollten…). Knapp vor 18 Uhr dann in Bratislava, Check In startet nicht vor 19.30 Uhr, also ausreichend Zeit :-)

aber das Panorama Restaurant ist ganz nett, die Preise nicht airportmässig und geduldig warten ist ja sowieso einer meiner Stärken. Und Beine hochstrecken nach dem gestrigen Volleyball-Training tut sowieso ganz gut…

29. Juli – immer noch Bratislava

10. August 2009

Hammer, der Unterschied zwischen normalen Tschick und Duty Free beträgt genau 20 Cent, die Stange 24,90 €, so macht Rauchen Spaß :-)

30. Juli – Edinburgh Castle

10. August 2009

Hostel witzig, Frühstück o.k., leicht muffiger Gang, aber was solls…

Frühmorgens auf den Edinburgher Burgberg rauf, Muskelkater lässt schwer grüssen (dank exzessiven Beachvolleyballtraining Dienstags). Dafür aber gleich mal locker lässig 13 Pfund Eintritt und elendslange Warteschlange beim Eingang gespart, dank Homecoming 2009 Pass :-)

Kleine Rast im Burgcafe eingelegt, kurz den Reiseführer gecheckt was wichtig sein soll und dann mal rein in die Burg…

31. Juli – Rosslyn Chapel

10. August 2009

Gestern also Edinburgh Castle per Fuß und Edinburgh per Fuß und Bus erkundet. Die Burg selbst faszinierend, sehr militärisch, aber auch kein Wunder, schließlich sind noch immer Garnisonen drinnen stationiert. Die schottischen Königszeichen – Zepter, Schwert und Krone -  zwar nett, aber im Vergleich zur Schatzkammer ein bisserl wenig pompös. Dafür schmeckt man aber quasi noch das englische Blut am Königsschwert. Insgesamt rund 3 Stunden durch die Burg treiben lassen, zwischendurch immer wieder schottischen Regen genossen.

Anschließend die Royal Mile entlang spaziert, ein Haus aus dem Mitteralter besichtigt, 3x den Kopf an zu niedrigen Türbalken angedonnert, schottischen Strassenmusikern gelauscht und dann ganz touristenlike eine Stadtrundfahrt gebucht. Am Grossmarkt rausgesprungen, schließlich wurden hier ja im Mittelalter nicht nur Hexen verbrannt sondern heutzutage sind dort auch die besten Pubs zu finden und wenn mir auch nicht nach einem Ale gelüstet, eine Kleinigkeit zum Essen vertrag ich sehr wohl… Anschließend dann runter zum Holyrood Castle spaziert. Unterwegs Dr. Pepper und Keksjause beim Planetarium eingelegt und dann wieder in den Bus gesprungen und die selbe Tour noch mal gefahren, nur dieses Mal den Horrorgeschichten gelauscht. In den Royal Mile dann wieder raus und sensationeller Strassenshow vom Australier Bruce nicht nur zugesehen sondern natürlich auch gleich mitmachen müssen. Immerhin darf jetzt die hübsche Maureen aus Liverpool von sich behaupten, einen original österreichischen Theaterkuss bekommen zu haben :-) Als dann Bruce auf meinen Schultern stehend ein paar recht scharf aussehende Schwerter jongliert hat, hab ich einfach nicht hingesehen, schließlich wollt ich gar nicht wissen, was Bruce unterm Schottenrock trägt…

Den Rest des Tages gemütlich durch die Strassen gewandert, einen Burger gegessen, beim Walter Scott Denkmal eine geraucht und back ins Hostel. 2 Ami-Studentinnen beim Pool Billard, eine Waliserin und ein Deutscher an der Wii, also hab ich halt mit 2 Australierinnen und einem Belgier Activity gespielt, was getrunken und bin todmüde ins Stockbett gefallen.

Heute dann mit öffentlichem Bus raus nach Roslin (ja genau, die Ortschaft schreibt sich ein bisserl anders) gefahren und 40 Minuten Busfahrt im klassischen Doppeldecker quer durch Edinburgh raus aufs Land und schon sitzt man auf einer Bank vor Rosslyn Chapel und schaut sich das Bauwerk an. Und es ist witzig, obwohl die Kirche mit einem Metallflugdach geschützt ist und Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden und natürlich kein Tom Hanks nach Hinweisen sucht, das Flair ist trotzdem und genau deshalb da. Grade das Gerüst nimmt den ganzen Kitsch weg und macht die Kirche echt und authentisch und glaubhaft und bricht das ansonsten sicherlich vorhandene Disneyfeeling und setzt es auf die genau richtige Ebene.

Der Himmel ist nämlich schon fast unwirklich blau mit der genau richtigen Anzahl Schäfchenwolken, die Italienerinnen schnattern aufgeregt, dass sie sich das so nicht vorgestellt hätten und dass das im Da Vinci Code ja ganz ganz anders ausgesehen habe und mich betrachten sie staunend mit hochgezogener Augenbraue, was ich denn da in mein Moleskin kritzle während ich sie betrachte. Keine Sorge, ich bewundere durch nur eure Figur Mädels. Und ein bisserl frage ich mich, wie man auf die Idee kommt, in Minirock und Stöckelschuhen hier rauszufahren.

Aber jetzt genug, rein die Kirche und wer mag da schon an hübsche italienische Beine denken…

31. Juli – Rosslyn Castle

10. August 2009

Verwittertes, altes Schloss, auf Vulkanfelsen gebaut, mitten im Wald, steil abfallend, der Burggraben natürlich und tief. Daneben die Bleibe der Nachfahren der St. Clairs, Erbauer von Burg und Kirche. Nur durch einen Waldpfad kommt man hier runter, steil bergab und bergauf und welch Wunder, auch die Stöckelschuhe haben es hier her geschafft und machen es sich im Gras gemütlich. Da sollt ich mich doch glatt dazusetzen…

01. August – half way Arthurs Seat

10. August 2009

Gestern nach Rosslyn Chapel dann wieder retour nach Edinburgh gefahren, nicht ohne durch Roslin selbst zu spazieren. Nette kleine Stadt, von der Art und Grösse wie Fischamend, nur das hier halt auch noch Dolly gemacht wurde. In Edinburgh dann am St. Andrews Square kurz entschlossen Bus gewechselt und runter nach Leigh gefahren. Der Hafen ziemlich leer, die Royal Britannia Yacht schon zu und zu regnen hat es auch noch begonnen. Genau das Richtige für mich. Ich also die Stimmung ausnützend quer durch die Docks den gesamten Leigh Walk (8 km) zu Fuss wieder rauf ins Stadtzentrum gewandert. Im schönsten Regen natürlich, gehört schließlich dazu in Schottland. Mittendrin dann in nem indisch geführten türkischen Pub den wohl bisher besten Burger meines Lebens gegessen und über Umwege gegen 8 wieder im Hostel gewesen. Dort dann ein bisserl langgestreckt, nasse Klamotten gewechselt und mit einem Glasgower Pool Billard gespielt. Leider verloren. Im Zimmer festgestellt, dass ich 3 neue Zimmergenossen habe. 2 Spanier und eine Finnin. Wurde eine heisse Nacht. Nicht jetzt. Nein. Einer der Spanier hat nur aus Versehen die Heizung eingeschaltet. Also ich hoffe aus Versehen. Oder wollten die wirklich meine Bugs Bunny Seidenboxershorts sehen?

Heute dann früh auf, nur um festzustellen, dass es regnet. Wollte ja eigentlich gleich morgens rauf auf Arthurs Seat und Aussicht geniessen. Also doch gemütlich gefrühstückt, den Rucksack gepackt und rauf zur Royal Mile. Bisserl durchtreiben lassen, per reinem Zufall, ich schwöre, das Cafe gefunden, in dem die Tante Harry Potter geschrieben hat und teils zum Aufwärmen, teils zum trocken werden ins Royal Scotland Museum rein – Homecoming Pass sei Dank umsonst – ganz nette Ausstellung, von Frühgeschichte bis heute die Geschichte Schottlands plus so ein bisserl a la Technisches Museum. Und weil es dann auch endlich aufgehört hat zu regnen, noch schnell heisse Suppe gekauft udn auf den Weg gemacht Richtung Arthurs Seat. Und da sitz ich nun, ca. 100 Meter unterm Gipfel, leg eine kleine Pause ein für die schmerzenden Glieder, notier ein paar Zeilen, geniess die Aussicht und knabber ein paar M&Ms. Vielleicht hätt ich mir doch gestern die Wanderstöcke kaufen sollen…

Ob ich mich wohl schon fit genug fühle für den Weiterweg? Wohl nicht, sonst würd ich ja aufhören zu schreiben. Weiterweg. Seltsames Wort.

01. August – The world ends (Edinburgher Pub)

10. August 2009

Arthurs Seat bestiegen, anstrengend, aber jeden schmerzenden Muskel wert. Herrlicher Ausblick. Ich hoffe, auf den Fotos halbwegs erkennbar. Gut ne 45 Minuten oben gesessen und in die Landschaft gestarrt, ein bisserl was gegessen und gemütlich eine geraucht. Runter dann einen anderen Weg als rauf gegangen und vor Holyrood Palace eine kleine Pause eingelegt auf einer Steinbank. Die Kondi ist doch ziemlich im Arsch. Hab mir überlegt, retour ins Hostel zu gehen, abends dann noch mal raus, also Royal Mile wieder rauf, aber so einfach lassen mich diese Strassen natürlich nicht los. In der Cannonball Kirk (ja genau, eine Kirche) spielt einfach so eine Band. Klassische Musik zwar, aber so live gar nicht mal schlecht. 3 Häuser weiter “A peoples story”, eines von vielen Museen, die meisten noch dazu gratis. Das hier erzählt die Geschichte der einfachen Menschen des 17. und 18. Jahrhunderts. Und klar, wieder 2 Beulen an Türbalken geholt. Aber die Stadt ist halt generell gesehen etwas rauher als jetzt zB Wien. Viel mittelalterlicher. Weniger Prunk und Schick, viele wirklich alte Häuser, nicht zuckersüss sondern herb und realer. Wie auch immer, ich sitz jetzt in “The world ends”, einem netten alten Pub, auf einer gemütlichen Ledercouch, drink was, wart auf meine Fish & Chips, die Kellnerin hat feuerrote Haare und keine Zähne, dafür einiges an Übergewicht, aber die Fish & Chips sind sensationell…

01. August – Walter Scott Park (Edinburgh)

10. August 2009

Spätnachmittags, die Sonne scheint, warm. Kleiner Park zu Füssen des Walter Scott Monuments, aber genau genommen könnte der Park überall sein. Verliebte flüstern im Gras, 2 Freundinnen sitzen vor einer riesigen Pizza, Jungs spielen Fußball und einziger Tribut an Schottland ist die 2. Gruppe Jungs, die Rugby spielen. Eine junge französische Familie sitzt rum, ein kleiner Junge trägt zum Hohn aller Comic-Nerds eine Spiderman-Maske und ein Wolverine T-Shirt. Die weibliche Hälfte des verliebten Paars lächelt, als der Junge in ihre Richtung läuft, aber die männliche Hälfte schaut angestrengt weg und sie merkt es und ihr Lächeln friert ein. Wird also auch irgendwann an dieser Frage scheitern das Paar. Links sitzen ein paar junge Schotten, versifft, wie aus Trainspotting entsprungen, aber zu sehr, zu klischeehaft, das versiffte ist nur aufgesetzt, das T-Shirt ist sauber gebügelt. Ein herrlicher Park.

02. August – on the road

10. August 2009